HNO Zentrum Starnberg

Minimal-invasive Chirurgie der Nase und Nasennebenhöhlen

Entzündliche Erkrankungen der Nasennebenhöhlen ( Sinusitis, Rhinosinusitis) haben in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen und zählen heute zu den häufigsten Erkrankungen in den westlichen Industrienationen. Insbesondere die chronische Verlaufsform dieser Erkrankung, die mit „Kopfdruck“ , Sekretfluß im Nasenrachen, sowie behinderter Nasenatmung, Räusperzwang ,Husten und Heiserkeit einhergehen kann, lässt sich in vielen Fällen nicht allein mit Medikamenten beherrschen, weil durch diesen Behandlungsansatz nur die Symptome – und auch diese oft nur unzureichend – , nicht aber die Ursachen der Krankheit behandelt werden. Die Einschränkung der Lebensqualität bei den Betroffenen wird häufig unterschätzt, das Krankheitsbild selbst auch von Ärzten immer wieder bagatellisiert, obwohl zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen konnten, dass die Betroffenen unter einer erheblichen – Diabetikern und chronisch Herzinsuffizienten vergleichbaren – Einschränkung ihrer Lebensqualität leiden.

Nach den Richtlinien zur Behandlung von chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen und Nasenpolypen, die in einem aktuellen europäischen Positionspapier aus dem Jahr 2007 zusammengefasst sind, wird auf Grund der gegenwärtigen Studienlage der Einsatz von kortisonhaltigen Nasensprays als medikamentöse Einstiegsbehandlung befürwortet. Hinsichtlich der langfristigen Verwendung von Antibiotika ist hingegen eher Zurückhaltung geboten. Hier ist die Studienlage nicht eindeutig. Als begleitende Behandlungsmaßnahmen werden in der Literatur auch Nasenduschen, Antihistaminika, Immunmodulatoren u.a. empfohlen, ohne dass deren Wirkung bis heute zweifelsfrei nachgewiesen ist.
Wir verwenden seit vielen Jahren bei unseren Patienten als medikamentöse Initialbehandlung die Kombination aus kortisonhaltigen Nasensprays und Salzwasserduschen der Nase über einen Zeitraum von ca. 4 Wochen. Stellt sich unter dieser Medikation eine deutliche Besserung der Symptome ein, wird die Behandlung fortgeführt, die Dosierung des Nasensprays allerdings reduziert. Insbesondere in den frühen Stadien der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung bestehen durchaus realistische Heilungschancen, sodass sich eine Operation zu diesem Zeitpunkt häufig noch vermeiden lässt.

Gerade bei fortgeschrittenen, langjährig verschleppten Erkrankungen allerdings reichen die o.g. konservativen Maßnahmen allein häufig nicht mehr aus, so dass die einzige sinnvolle Behandlungsmöglichkeit in der chirurgischen Sanierung besteht. Vor dem Eingriff muss – zur Sicherheit des Patienten – eine Computertomographie der Nasennebenhöhlen erfolgen.
Während in der Vergangenheit sehr ausgedehnte, radikale Operationsmethoden zur Anwendung kamen, hat sich in den vergangenen 2 Jahrzehnten die minimal – invasive endoskopische Operationstechnik zur Behandlung der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung durchgesetzt, bei der über die Nasenhaupthöhle eine ausreichende Verbindung zwischen Nasennebenhöhlen und Naseninnerem hergestellt wird, um eine suffiziente Belüftung und Drainage des Nasennebenhöhlensystems zu erreichen (Abb. 9). Das gleiche Behandlungskonzept kommt bei der chirurgischen Entfernung von Nasenpolypen (Abb. 10) zum Einsatz. Begleitend sind vielfach auch eine Begradigung der Nasenscheidewand sowie eine Reduzierung der Nasenmuscheln mittels Laser oder Radiofrequenzbehandlung erforderlich. Abschließend wird die Nase für eine Nacht locker tamponiert.


Der Grad der operativen Invasivität ist bei jedem Patienten an die spezifische Krankengeschichte anzupassen. Dies bedeutet Berücksichtigung von Vor- und Begleiterkrankungen, veränderten anatomischen Verhältnissen nach Vor-Operationen und ‚individueller Schleimhautsituation’. Jeder einzelne dieser Parameter kann Einfluss auf Heilungsverlauf, -dauer und -erfolg nehmen.

Wir befassen uns seit einem Vierteljahrhundert, zunächst bis 2001 an der HNO-Klinik der Universität München, seither in Starnberg, schwerpunktmäßig nicht nur mit der Ursachenerforschung und Diagnostik, sondern auch mit der minimal-invasiven Chirurgie der Nase und ihrer Nebenhöhlen und waren in diesem Zusammenhang u.a. auch an der Weiterentwicklung dieser Operationstechnik für die Chirurgie von Nasenpolypen ( Polyposis nasi, chronisch polypöse Sinusitis) mittels „Shavertechnik“ und Navigationschirurgie in Deutschland federführend beteiligt.
In Starnberg führen wir seit 2001 jährlich mehrere hundert minimal – invasive Operationen der Nasennebenhöhlen durch. Die Erfolgsquote bewegt sich bei richtiger Indikationsstellung zwischen 85 und 90 %.

Es ist müßig zu erwähnen, dass die minimal-invasive Chirurgie der Nase und Nasennebenhöhlen‚ als ‚Schlüssellochchirurgie’ in direkter Nähe von Sehnerv und Frontalhirn, nicht zu den Bagatelleingriffen zählt und auch an den Geübten immer wieder hohe Anforderungen stellt, insbesondere, wenn es sich um chronisch „verschleppte“ Entzündungen oder Wiederholungsoperationen handelt.
Entsprechend sorgfältig sollte die Indikation zum operativen Eingriff abgewogen werden.
Wird eine Operation nach Ausschöpfung der konservativen Behandlungsmöglichkeiten für notwendig erachtet, erfolgt die Erläuterung des Eingriffs detailliert und ausschließlich durch den Operateur selbst mit Hilfe eines Phantoms, an dem das genaue Vorgehen und auch die potentiellen, unter anderem durch die Nachbarschaftsbeziehungen zu Auge und Gehirn gegebenen, Gefahren und Komplikationsmöglichkeiten erläutert werden.

Wie in vielen anderen Berufen, gibt es auch beim Chirurgen einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der in einer bestimmten Region durchgeführten Operationen und dem Resultat der geleisteten Arbeit. Langzeituntersuchungen an Tausenden von Patienten haben bestätigt, dass die Behandlungserfolge in operativen Schwerpunktzentren signifikant höher, die Behandlungsdauer, respektive Operationszeit signifikant kürzer und die Komplikationsrate signifikant niedriger ist.

Wesentliche Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist neben der Operation selbst aber auch eine adäquate, dem jeweiligen Patienten individuell angepasste Nachbehandlung. Je nach Vorgeschichte können postoperative Beschwerden und damit auch Dauer der Nachpflege im Einzelfall durchaus variieren (Patienteninfo nach der Operation). Neben der Ausdehnung des chirurgischen Eingriffs können hierbei auch der präoperative Zustand der Schleimhaut (z.B. Vernarbungen und Verwachsungen nach früheren Operationen, Dauer der Entzündung präoperativ, langfristiger Nasentropfengebrauch) eine Rolle spielen.

Wir verwenden diese Operationstechnik seit nunmehr über 2 Jahrzehnten und führten inzwischen in den letzten Jahren ca. 600-700 derartige Eingriffe pro Jahr durch.

Wird eine derartige Operation als notwendig erachtet und in Erwägung gezogen, sollte vorher eine sorgfältige Abwägung der alternativen Möglichkeiten , sowie der Ausschluss möglicher anderer Ursachen (z.B. HWS ) selbstverständlich sein. Ein ausführliches Aufklärungsgespräch an Hand eines Phantoms, an dem die genauen Nachbarschaftsbeziehungen des Operationsgebietes zu Auge und Gehirn erläutert werden ist unabdingbar, um dem Patienten die Angst vor dem Eingriff zu nehmen und gleichzeitig auf potentielle Gefahrenmomente hinzuweisen.

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